Generika in Zahlen

Generika sind ein fester Bestandteil der Arzneimittelversorgung in Österreich und schaffen finanziellen Spielraum im Gesundheitssystem. Aktuelle Zahlen zeigen ihre Bedeutung für Versorgung und Wirtschaft sowie den zunehmenden wirtschaftlichen Druck auf viele Präparate.

Generika in Zahlen

49 %

der abgegebenen Packungen im Erstattungsmarkt sind Generika.

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der abgegebenen Packungen im Erstattungsmarkt sind Generika.

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der abgegebenen Packungen im Erstattungsmarkt sind Generika.

Hoher Versorgungsanteil, geringe Kosten

Der Erstattungskodex (EKO) umfasst Arzneimittel, die im niedergelassenen Bereich von der Sozialversicherung erstattet werden. 2025 waren 49,3 Prozent der abgegebenen Packungen Generika, auf sie entfielen aber nur 13,8 Prozent des Umsatzes. Seit 2018 stieg ihr Packungsanteil von 46,7 auf 49,3 Prozent, während der Umsatzanteil von 17,5 auf 13,8 Prozent sank.

Im generikafähigen Markt, in dem die Schutzfristen ausgelaufen und Generika verfügbar sind, lag ihr Anteil bei 61,7 Prozent. Jeder zusätzliche Prozentpunkt bei den Generikaverordnungen schafft nach Kassenpreis rund 17 Millionen Euro Spielraum für andere Therapien.

Einsatz in wichtigen Therapiegruppen

Von den im Erstattungsmarkt abgegebenen Generikapackungen entfallen 16 Prozent auf Blutdrucksenker, 13 Prozent auf Lipidregulatoren. Magenschutz und Antidepressiva folgen mit je 7 Prozent, Schmerzmittel mit 4 Prozent.

Innerhalb dieser Wirkstoffgruppen ist der Generikaanteil besonders hoch: Gemessen an den abgegebenen Einzeldosen beträgt er 89 Prozent bei Lipidregulatoren, 75 Prozent bei Blutdrucksenkern, 69 Prozent bei Antidepressiva, 61 Prozent bei Magenschutz und 48 Prozent bei Schmerzmitteln.

Wie Generikapreise entstehen

Nach Ablauf des Patentschutzes können Generika auf den Markt kommen. Das erste Generikum muss mindestens 50 Prozent günstiger sein als das Originalmedikament. Innerhalb von drei Monaten sinkt auch dessen Preis um mindestens 30 Prozent. Für das zweite und dritte Generikum gelten weitere Abschläge von 18 beziehungsweise 15 Prozent. Nach dem Eintritt des dritten Generikums müssen alle Anbieter ihre Preise auf dessen Niveau senken. Insgesamt sinken die Therapiekosten um mindestens 65 Prozent.

Nach der dritten Preissenkungswelle liegen Originalmedikament und Generika bereits auf dem gleichen niedrigen Preisniveau. Auch danach bleiben Preiswettbewerb und weitere Preisregeln wirksam. Das größte zusätzliche Einsparungspotenzial besteht jedoch in den ersten Monaten nach dem Markteintritt und wird umso stärker genutzt, je mehr beziehungsweise rascher neue Generika verordnet werden.

Patentabläufe schaffen Wettbewerb

Zwischen 2026 und 2030 laufen Patente und weitere Schutzrechte für Arzneimittel mit einem Umsatzvolumen von rund 2,36 Milliarden Euro aus, bewertet zu den Fabrikabgabepreisen des Jahres 2025. Allein 2028 betrifft dies Medikamente mit einem Volumen von 801 Millionen Euro. Patentabläufe ermöglichen den Markteintritt von Generika und neuen Preiswettbewerb.

Niedrige Preise, steigende Kosten

Seit 2006 ist der Verbraucherpreisindex in Österreich um 53,2 Prozent gestiegen. Die durchschnittlichen Generikapreise erhöhten sich im selben Zeitraum um 18,9 Prozent.

Die Kassenverkaufspreise der Top 30 Generika unter der Rezeptgebühr nach Menge sind in den letzten zehn Jahren um 16,2 Prozent (KVP) gesunken (Stand: April 2026). Eine regelmäßige Anpassung an die Inflation gab es nicht.

Produktions-, Energie- und Logistikkosten sowie regulatorische Anforderungen steigen. Der Österreichische Generikaverband fordert ein vereinfachtes arithmetisches Verfahren zur jährlichen Inflationsanpassung. Zusätzlich begrenzt das Preisband den Höchstpreis wirkstoffgleicher Medikamente auf 20 Prozent über dem günstigsten Produkt derselben Wirkstoffstärke.

Was Generika kosten

2025 betrug der durchschnittliche Erstattungspreis einer Generikapackung 9,70 Euro. Davon entfielen 6,28 Euro auf den Fabrik- oder Depotabgabepreis, 0,79 Euro auf die Großhandelsspanne und 2,63 Euro auf den Apothekenaufschlag. Bei einer durchschnittlichen Packung entfielen rechnerisch 7,55 Euro auf die Rezeptgebühr und 2,15 Euro auf die Krankenkasse.

51 Prozent der abgegebenen EKO-Packungen lagen unter der Kostenerstattungsgrenze. Auf sie entfielen nur 6 Prozent der Arzneimittelausgaben der Sozialversicherung. Liegt der tatsächliche Privatpreis unter der Rezeptgebühr, zahlen Patientinnen und Patienten diesen niedrigeren Preis. Bis zur Kostenerstattungsgrenze deckt die Rezeptgebühr die gesamten Kosten. Erst darüber beteiligt sich die Sozialversicherung.

Wertschöpfung in Österreich

Eine volkswirtschaftliche Studie von EcoAustria erfasst die direkten, indirekten und induzierten Effekte der Generikaunternehmen in Österreich auf Basis des Datenjahres 2024. Die Generikaunternehmen erzeugen 1,3 Milliarden Euro direkte Wertschöpfung. Weitere 500 Millionen Euro entstehen bei inländischen Zulieferern und Dienstleistungsunternehmen. Rund 700 Millionen Euro werden durch Konsum- und Investitionseffekte ausgelöst.

Insgesamt beläuft sich die gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung auf 2,5 Milliarden Euro. Das entspricht rund 0,6 Prozent des österreichischen Bruttoinlandsprodukts. Jeder Euro direkter Wertschöpfung der Generikaunternehmen bewirkt insgesamt 1,90 Euro Wertschöpfung in der österreichischen Wirtschaft.

Produktion, Export und Beschäftigung

Mit Produktion und Vertrieb der Generikaunternehmen ist in Österreich ein direkter Umsatz von rund 3,5 Milliarden Euro verbunden. Ihre wirtschaftlichen Aktivitäten sichern 18.915 Arbeitsplätze. Die daraus entstehenden Steuern und Abgaben einschließlich Sozialversicherungsbeiträgen belaufen sich auf rund 1,1 Milliarden Euro.

Rund 285 Millionen Generikapackungen werden jährlich in Österreich produziert, mehr als 90 Prozent davon für den Export. Etwa 114 Millionen Generikapackungen werden pro Jahr in Österreich verkauft.

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