Österreichischer Generikaverband - bekannte Wirkstoffe, bestens bewährt

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Generikaverband: Rabatte sind Nebenwirkungen eines kranken Systems

(Wien, 20. Juli 2005) – Seit die Krankenkassen den steigenden Arnzneimittelkosten verstärkt mit Generika zu Leibe rücken, tobt hinter den Kulissen ein heftiger Kampf um den Rezeptblock. „Mit ungleichen Mitteln“, betont Andiel, Obmann des Österreichischen Generikaverbandes (OEGV), „da Maßnahmen zur Förderung von Generika völlig fehlen.“ Rabatte sind oft die einzige Möglichkeit, um überhaupt in einem unfairen Wettbewerb bestehen zu können. Sie sind somit keine freiwillige Maßnahme der Generika-Unternehmen sondern Notwendigkeit. „Jemand der die Hintergründe nicht kennt, weiß nicht mit welchen Schwierigkeiten Generikaproduzenten am österreichischen Markt zu kämpfen haben“, so Andiel zur Situation, „Wenn wir Präparate teilweise kostenlos abgeben, dann ersparen sich die Krankenkassen durch die Folgeverordnung Millionen!“

Der österreichische Pharmamarkt ist in Bewegung

In den vergangenen Jahren konnten Erstanbieter auch nach Patentablauf darauf vertrauen, weiterhin hohe Umsätze zu erzielen. Seit der letzten ASVG-Novelle ist das nicht mehr so einfach. Die Krankenkassen setzen verstärkt auf Generika, um den Anstieg der Arzneimittelkosten in den Griff zu bekommen. Bei gleicher Wirkung kosten Generika bei Markteintritt lediglich die Hälfte der Erstpräparate. Da medizinisch-wissenschaftliche Argumente gegen den Einsatz von Generika fehlen, greifen immer mehr Erstanbieter in die Trickkiste. Gezielte Kampagnen sollen Ärzte verunsichern, um Marktanteile zu halten. Und das mit Erfolg: Zwei Drittel des patentfreien Marktes werden nach wie vor von teuren Arzneimitteln dominiert, obwohl es bereits preiswerte Alternativen dafür gibt. Die Folgen für das Gesundheitssystem sind beträchtlich: jährlich entstehen Mehrkosten von rund 85 Mio. Euro, für die BeitragszahlerInnen unnötigerweise zur Kasse gebeten werden.

Negativkampagnen, um Generika zu schaden

Untergriffige Aussagen, Diffamierungen und Verleumdung von Mitbewerbern sind keine Spezialität der Innenpolitik. „Bezahlte Meinungsführer, Telefonaktionen und gezielte Fehlinformationen scheinen mittlerweile zum Standardrepertoire einiger Unternehmen zu gehören“, stellt Andiel fest. Erklärtes Ziel dieser Aktionen sei es, Zweifel an der Qualität und Wirksamkeit von Nachfolgepräparaten zu schüren. Unterschiedliche Zusammensetzung, angebliche Patentverletzungen und zu geringe Preisunterschiede sind die vermeintlichen aber nicht haltbaren Argumente. Damit wird versucht, das Verschreibungsverhalten der Ärzte zu Gunsten teurer Präparate zu beeinflussen. Andiel: „In der jüngsten Vergangenheit drohte ein Unternehmen Ärzten sogar mit Schadenersatzerforderungen, wenn sie ein bestimmtes Generikum verschreiben würden. Als Grund wurde eine angebliche Patentverletzung angeführt. Das Generika-Unternehmen hat diese Auseinandersetzung in letzter Instanz übrigens gewonnen.“ Weiteres aktuelles Beispiel: Unter dem Titel „Wer braucht jetzt noch Generika“ werden Ärzte in Fachmedien aufgefordert, trotz beträchtlicher Preisunterschiede von bis zu 31 Euro pro Packung, das teurere Erstpräparat zu verschreiben. „Das kann nicht im Sinne der BeitragszahlerInnen sein“, stellt Andiel dazu fest. 

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