
(Wien, am 23. Juli 2004) - Nicht Einsparen sondern Optimieren ist das Motto der österreichischen Bundesregierung beim Arzneimittelpaket. Österreich liegt mit seinem Generika-Anteil von 11,5 Prozent weit unter dem EU-Durchschnitt von 30 Prozent. Der Preisdruck durch Generika zwingt Erstanbieter auch verstärkt in die Forschung zu investieren.
Die Behauptung, Generika würden durch den Preiswettbewerb Forschung und Entwicklung behindern, ist falsch. Wahr ist, dass nach Freiwerden des Patentes und mit fortgeschrittenem Produktlebenszyklus die mehrfachen Forschungs- und Entwicklungskosten der ehemaligen Innovation eingespielt sind. Bei Markteintritt von Generika muss der Preis nun 44 Prozent unter jenem der Ursprungs-Arzneien liegen - bis 2006 sogar mindestens 48 Prozent. Erstanbieter werden erst durch die preiswerten Alternativen gezwungen, einerseits ihre Arzneimittelpreise marktgerecht zu gestalten und andererseits in die Entwicklung von Innovationen zu investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Generika kurbeln Forschung an
„Erst Generika machen es möglich, Druck auf die hohen Preise der Erstanbieter auszuüben und treiben so aber auch die pharmazeutische Forschung an“, betont Wolfgang Andiel, Obmann des Österreichen Generikaverbandes (OEGV), „Durch den Preiswettbewerb werden finanzielle Ressourcen frei, die den PatientInnen zu Gute kommen sollen: Nachrückende Innovationen bleiben weiterhin leistbar. Die Arzneimittelausgaben werden dadurch optimiert und weitere Einsparungen können anderweitig im Gesundheitswesen eingesetzt werden.“ Das ist auch notwendig, denn die Medikamentenkosten wachsen laut Hauptverband der Sozialversicherungsträger dreimal so schnell wie die Einnahmen. Die Abschwächung dieser Entwicklung ist das Ziel des Arzneimittelpaketes.
USA als Vorbild
Den Vorwurf, dass der vermehrte Einsatz von Generika die pharmazeutische Forschung behindere, sieht der Österreichische Generikaverband darum gelassen: „Im weltgrößten und forschungsintensivsten Arzneimittelmarkt, den USA, liegt der Generika-Anteil bei über 50 Prozent, in Österreich hingegen bei lediglich 11,5 Prozent. Aber gerade aus den USA kommen die innovativsten Arzneimittel, denn der massive Einsatz von Generika veranlasst Pharmafirmen, verstärkt in die Forschung zu investieren. Denn nur mit echten Innovationen lassen sich auch weiterhin Gewinne erzielen“, so Wolfgang Andiel.
Generika – bekannte Wirkstoffe, bestens bewährt
In Österreich wurde das Einsparpotential von Generika bislang nur wenig berücksichtigt. Das soll sich nun ändern. Mit der gemeinsamen Informationsinitiative „Generika – bekannte Wirkstoffe, bestens bewährt“ des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen, des Österreichischen Generikaverbandes, des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträgern, der Ärztekammer und Apothekerkammer soll sachgerecht über Generika informiert und deren Akzeptanz bei PatientInnen erhöht werden.
► Download: Generika beleben Wettbewerb.pdf