Österreichischer Generikaverband - bekannte Wirkstoffe, bestens bewährt

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Steigende Selbstbehalte durch Aut-idem

(Wien, am 1. Juli 2008) - Die diskutierte Aut-idem Regelung führt zu steigenden Selbstbehalten. Vor allem Senioren sind von Zuzahlungen verstärkt betroffen, wenn sie ihr gewohntes Medikament weiterhin erhalten sollen. In Deutschland werden nur noch 27,5 Prozent der Medikamente ohne Eigenanteil abgegeben. „Wir befürchten, dass das Zuzahlungsmodell Schule macht und auch mit Aufzahlungen zu anderen ärztlichen Leistungen in Zukunft zu rechnen ist“, warnt Otmar Peischl, Obmann des Österreichischen Generikaverbandes vor einer Verschlechterung des Gesundheitssystems. Privatversicherungen reagieren bereits auf die Gesundheitsreform und locken mit Versicherungsmodellen, die Zuzahlungsbelastungen abdecken sollen.

Zwar wird von den Befürwortern gerne verkündet, dass jeder, der auf sein bisher vom Arzt verordnetes Präparat besteht, es auch weiterhin bekommen soll. Gleichzeitig wird aber verschwiegen, dass die Patienten für diese „Wahlfreiheit“ tief in ihr Geldbörsel greifen müssen. Die Aufzahlung muss der Versicherte nämlich selbst leisten. Und das kann ganz schön ins Geld gehen. Im gerne zitierten Aut-idem-Land Deutschland werden nur noch 27,5 Prozent der Medikamente ohne Zuzahlung abgegeben.

Private Zusatzversicherungen gegen steigende Selbstbehalte
 

Die Lösung der Privatwirtschaft: Versicherungsanbieter erweitern bereits ihr Angebot von Krankenzusatzversicherungen, damit ihren Kunden die Mehrkosten ersetzt werden. „Mit der Umsetzung der diskutierten Gesundheitsreform sind wir auf dem besten Weg zur Auflösung unseres bewährten Gesundheitssystems“, stellt Peischl fest und fragt: „Müssen sich Patienten nun künftig gegen steigende Selbstbehalte versichern?“

Die große Mehrheit der Patienten vom Gesetzesentwurf betroffen

Von manchen Reformverantwortlichen wurde versprochen, dass chronisch Kranke ausgenommen seien. Im Gesetzesentwurf steht das jedenfalls nicht drinnen. Bislang fehlt jegliche Definition von „chronisch“ krank. Darunter müssten fallen: Bluthochdruck, hohes Cholesterin, Diabetes, Gastritis, usw. Das ist eine ziemlich große Patientengruppe, die aufgrund der demografischen Entwicklung ständig größer wird.

Laut Berechnungen des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger würden bei einer Ausnahmeregelung für chronische Kranke von den kolportierten 35 Millionen Euro nur 5 Millionen an Einsparungen erreicht werden. Wenn man die Systemumstellungskosten gegenrechnet, wird vom Einsparungsziel bei den Medikamenten wohl nicht mehr viel übrig bleiben.
Bevölkerung gegen Aut-idem

Über 87 Prozent der Deutschen (GfK, 2007) und 82 Prozent der Österreicher (Integral, 2008) sprechen sich gegen Aut-idem aus. Aber auch in vielen Stellungnahmen zum Gesetzesentwurf wird der Nutzen angezweifelt und Aut-idem abgelehnt.
 
 
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