
In regelmäßigen Abständen lädt der Österreichische Generikaverband zur OEGV-Speaker's Lounge: Experten aus dem In- und Ausland diskutieren über brandaktuelle Themen des Gesundheitswesens.
Wie die gewählten Themen sind auch unsere Expertenbeiträge immer höchst interessant:
u.a.
Greg Perry, General Director der European Generics Association (EGA) in Brüssel,
Prof. Ulrich Schwabe, u.a. Herausgeber des „Arzneiverordnungsreport“
Dr. Peter Sawicki, Leiter des Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, IQWIG, Köln;
Martin Rümmele, Wirtschaftsjournalist und Buchautor
Prof. Dr. Gerd Glaeske, Professur für Arzneimittelversorgungsforschung, Bremen, Direktoriumsmitglied am Zentrum für Public Health,
Dr. Claudia Wild, Leiterin des Ludwig Boltzmann Institutes für Health Technology Assessments
Mag. Beate Hartinger, Generaldirektor-Stellvertreter, Hauptverband der Sozialversicherungsträger
Dr. Gerald Bachinger, Patientenombudsmann des Landes Niederösterreich
Dr. Peter Indra, Vizedirektor des Bundesamts für Gesundheit, Leiter des Direktionsbereichs Kranken- und Unfallversicherung, Schweiz
Dr. Erich Laminger, Verbandsvorsitzender des Hauptverbands der Österreichischen Sozialversicherungsträger
Univ.-Prof. Dr. Matthias P. Schönermark, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitsforschung, Medizinische Hochschule Hannover, HTA-Studienautor
Dr. Günther Wawrowsky, Stellvertr. Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, Internist
Franz Bittner, Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse
Univ.-Prof. Dr. Franz Böhmer, Ärztlicher Direktor und Vorstand der Medizinischen Abteilung SMZ-Sophienspital
Dr. Peter Eichler, Vorstand der UNIQA Personenversicherung AG
Dr. Gabriela Petrovic, Kaufmännische Generaldirektorin der Statistik Austria
Dr. Mirjam Hinterleitner, Institute für Regulatory & LC-Management, AGES - PharmMed - Austria
Univ.-Prof. Mag. DDr. Matthias Karmasin, Institutsvorstand Medien- und Kommunikationswissenschaft, Universität Klagenfurt
Abg.z.NR a.D. Manfred Lackner, Leiter des Sozial- und Gesundheitsausschusses des Pensionistenverband, Kuratoriumsmitglied des Fonds Gesundes Österreich
Dr. Christoph Reisner, Präsident der Niederösterreichischen Ärztekammer, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chrirugie
IV. OEGV Speaker's Lounge: (Un-) Sinn von Patientenanreizsystemen
(Wien, am 6. März 2007) - Um die steigenden Kosten des Gesundheitssystems in den Griff zu bekommen und um das Niveau der Leistungen zu halten, beschreiten die Länder unterschiedliche Wege. So setzen beispielsweise die Schweiz und die Slowakei auf finanzielle Anreizsysteme, um ihre Sparziele mit Hilfe von qualitativ hochwertigen aber günstigeren Generika zu erreichen. In Österreich wurde die gesenkte Rezeptgebühr diskutiert, von der Politik bereits mehrfach angekündigt und dann wieder fallen gelassen. In der aktuellen Regierungserklärung (Jänner 2007) ist nun zu lesen, dass ab 2008 eine verringerte Rezeptgebühr für Generika sowie gleichpreisige Originale geplant sind. Derzeit setzt Österreich auf ein starres Preisregulationssystem („Erstattungskodex“), um die steigenden Arzneimittelkosten in den Griff zu bekommen.
Kostenvorteile werden für den Patienten sichtbar
Otmar Peischl, Obmann des Österreichischen Generikaverbandes (OEGV) begrüßt grundsätzlich die beschlossene Senkung der Rezeptgebühr für Generika: „Damit wird der Kostenvorteil bei jeder Arzneiverordnung für die Patienten sichtbar und steigert so das Kostenbewusstsein. Die Umsetzung der reduzierten Rezeptgebühr muss jedoch transparent und praktikabel für Ärzte und Apotheken gestaltet sein.“ Die Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung haben Generika mit ihren günstigen Preisen längst erfüllt. Eine gesenkte Rezeptgebühr muss für alle Generika gleichermaßen gelten. Zusätzlich sind auch nachhaltige Maßnahmen notwendig, um das Einsparpotenzial von Generika nutzen zu können, so wie beispielsweise die Abschaffung der Chefarztpflicht für Generika. Die frei werdenden Mittel können zur Qualitätssicherung im Gesundheitssystem beitragen und machen nachrückende Innovationen weiterhin leistbar. Die Entwicklung des österreichischen Arzneimittelmarktes hinkt den europaweiten Standards noch nach: Der derzeitige Generika-Anteil am Gesamtmarkt liegt bei rund 19 Prozent, in Deutschland bei 48 Prozent (IMS-Health Austria).
Der Einsatz von Generika entlastet das Gesundheitssystem
Dass eine gesenkte Rezeptgebühr zu einer Entlastung des Gesundheitssystems führt, belegt das erfolgreiche Pilotprojekt der Betriebskrankenkasse Mondi Business Paper. Während die absoluten Heilmittelkosten im Projektzeitraum bundesweit um 5 Prozent gestiegen sind, konnte die Betriebskrankenkasse MBP mit Hilfe der 3.100 Anspruchsberechtigten rund 30.000 Euro einsparen. Das Projekt bestätigt unsere Forderungen an die Politik, dass der vernünftige Umgang mit Ressourcen auch für den Patienten spürbar wird: Generika sichern die medizinische Versorgungsqualität und reduzieren die laufende Kostensteigerung für Arzneimittel.
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