Österreichischer Generikaverband - bekannte Wirkstoffe, bestens bewährt

Breiter Widerstand gegen Aut-idem

(Wien,am 3. Juni 2008) - Die gerne zitierten EU-Beispiele einer vermeintlich funktionierenden Aut-idem-Regelung sind bei näherer Betrachtung keine. Selbst der Hauptverband äußert Kritik an einer Aut-idem-Regelung. Die Medikamentenpreise sind in vielen Aut-idem-Ländern höher als in Österreich. Die Generika-Anteile hingegen sind oft niedriger.

Die Stellungnahmen zur Gesundheitsreform sprechen sich vielfach gegen eine Aut-idem Regelung aus. Auch der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger zweifelt am Einsparungserfolg, wenn die große Gruppe der chronisch Erkrankten von einer Aut-idem-Regelung ausgenommen ist. Ohne breite Ausnahmeregelungen ist aber ein Anstieg des Selbstbehaltes wie in anderen Aut-idem-Ländern zu befürchten.

Aut-idem bringt nichts

Es gibt keine einzige wissenschaftliche Studie, die den finanziellen Nutzen von Aut-Idem belegt. Viele häufig zitierte Aut-idem-Länder sind Negativbeispiele: So haben etwa die Länder Frankreich, Portugal, Schweden und Spanien einen niedrigeren Generika-Anteil als Österreich. Damit ist der österreichische Erstattungskodex erfolgreicher als jede Aut-idem-Regelung.

Erfolgreicher Erstattungskodex

Die Medikamentenpreise sind in vielen Aut-idem-Ländern deutlich höher: In Deutschland, Schweden, Finnland, Dänemark, Schweiz und Portugal liegt der Durchschnittspreis von Generika über jenem in Österreich. „Das ist alles andere als ein Vorbild“, kommentiert Otmar Peischl, Obmann des Österreichischen Generikaverbandes: „In Österreich liegen die Medikamentenpreise 18,6 Prozent unter dem EU-15-Schnitt.“ Ursache dafür ist der österreichische Erstattungskodex, den es in keinem anderen EU-Land gibt. Dieser regelt effizient den Preis zugunsten der österreichischen Sozialversicherungen. Eine Aut-idem-Regelung käme einer Verteuerung gleich, Untersuchungen bestätigen nämlich extrem hohe Folgekosten (in Deutschland 15 bis 20 Milliarden Euro).

Auch Transparency International – Austrian Chapter (TI-AC) stellt die Frage nach dem Nutzen der Systemumstellung. In ihrer Stellungnahme bewertet TI-AC die bisherigen Steuerungs- und Kontrollversuche durchaus als erfolgreich. „Eine Aut-idem-Regelung ist weder ein Instrument zur Kosteneinsparung noch zur Erhöhung der Generika-Anteile“, fasst Peischl zusammen.

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