Massive Ablehnung der Bevölkerung von Aut-idem
(Wien, am 22. April 2008) - „Viele vorgeschlagene Maßnahmen der Sozialpartner zur Gesundheitsreform sind ein Schritt in die richtige Richtung“, nimmt der Obmann des Österreichischen Generikaverbandes, Otmar Peischl, zum vorliegenden Papier Stellung. Hingegen führen einseitige Änderungen eines bestehenden Systems zu Compliance-Problemen und steigenden Gesundheitskosten. Über 87 Prozent der deutschen Bevölkerung sprechen sich klar gegen eine Aut-idem Regelung aus. Ein Nein zu Aut-idem kommt auch vom Generikaverband.
„Besonders begrüßenswert sind die von den Sozialpartnern geforderten Maßnahmen zur Steigerung der Akzeptanz von Generika, zur Steuerung der Therapien aus den Krankenanstalten heraus sowie Anreizmechanismen hinsichtlich ökonomischer Verordnungen“, fasst Peischl zusammen: „Damit kann die Kostenbremse Generika kräftig wirken.“ Auch Ansätzen, wie dem Arzneimittelsicherheitsgurt, steht der Österreichische Generikaverband positiv gegenüber. Voraussetzung für die höchstmögliche Patientensicherheit ist aber ein geschlossenes System, das Ärzte und Apotheker gleichermaßen mit einbezieht.
Nein zu Aut-idem
Grundsätzlich sind einseitige Veränderungen im Gesundheitssystem – wie ein Aut-idem durch Apotheken oder ein Dispensierrecht für Ärzte – abzulehnen. Daher spricht sich der Österreichische Generikaverband gegen eine Aut-idem Regelung in Österreich aus. „Wir sehen die Compliance der Patienten in Gefahr“, erklärt Peischl. Oberstes Ziel ist die Vermeidung jeglicher Irritationen und die Wahrung der Patientensicherheit.
Kein Vorteil für Patienten
Bei einer einseitigen Regelung hat der Patient keinen Vorteil. Er weiß nicht mehr, wer ihn therapiert, Arzt oder Apotheker? An wen kann er sich bei Fragen und Problemen wenden? Wer übernimmt die Verantwortung? Aufgrund all dieser Faktoren sind eine drastische Verschlechterung des Therapieerfolges sowie Folgeschäden und erhöhte Kosten zu erwarten. Speziell ein Austausch von Generika untereinander, d. h. ein günstiges Medikament gegen ein anderes günstiges Medikament, bringt nichts (wo sind die Einsparungseffekte für die Sozialversicherungsträger?).
Bereits massive Ablehnung der Bevölkerung von Aut-idem in Deutschland
Die in Deutschland versuchte Aut-idem Regelung stößt auf massive Ablehnung der Bevölkerung. Das belegt eine aktuelle, repräsentative GfK-Umfrage (GfK Nürnberg, 12/2007) mit 2000 Personen in Deutschland: Über 87 Prozent der Befragten sprechen sich gegen eine Aut-idem Regelung aus.
Nachhaltige Lösungen zum Wohle der Patienten erforderlich
Wie mehrfach belegt, haben Generikaverordnungen die Versorgungsqualität deutlich verbessert, ganz im Sinne eines erstklassigen Gesundheitssystems: Generika gibt es im Preisvergleich mit nicht-generischen Arzneimitteln schon um die Hälfte. Für die Krankenkassen bedeutet das, doppelt so viele Patienten können um das gleiche Geld optimal behandelt werden. Damit leisten Generika einen nachhaltigen Beitrag zur Finanzierung und Erhaltung des hohen Niveaus der medizinischen Versorgung der österreichischen Bevölkerung.