Die Kostenbremse Generika wirkt EU-weit
(Wien, am 23. Dezember 2010) - In der Europäischen Union sind über die Hälfte der gesamten Arzneimittelverordnungen generisch. Damit ermöglichen Generika jährliche Einsparungen von 60 Milliarden Euro. Auch in Österreich steht Ärzten eine große Auswahl von Generika zur Verfügung. Die Versorgungsqualität kann trotz steigender Patientenzahlen verbessert werden.
Vor dem Hintergrund der steigenden Lebenserwartung und den damit verbundenen erhöhten Therapiekosten ist der Einsatz von Generika entscheidend für die quantitative und qualitative Gesundheitsversorgung. Sobald Generika erhältlich sind, müssen europäische Gesundheitssysteme für viele Volkskrankheiten trotz steigender Patientenzahlen wesentlich weniger ausgeben. Dadurch verbesserte sich die Versorgungsqualität bei Erkrankungen wie beispielsweise Hypertonie, Hypercholesterinaemie, Depression, Gastritis und Diabetes mellitus.
Generika in Österreich
Obwohl in Österreich der Generikaanteil im Gesamtmarkt im Vergleich zu EU-Ländern mit aufgerundet 24 Prozent immer noch sehr niedrig ist, spielen Generika nun auch hierzulande eine immer wichtigere Rolle, die Arzneimittelausgaben zu optimieren. Beispielsweise werden im Jahr 2010 allein aufgrund der Einführung von generischen Protonenpumpenhemmer die Ausgaben für diesen Bereich um mindestens 50 Millionen verringert. Seit Cholesterinsenker auch als Generika verfügbar sind, sanken die Preise enorm, die Chefarztpflicht entfiel. Jetzt können ohne Mehrkosten vier Mal so viele Patienten behandelt werden und das bei gleich bleibender Qualität.
Generika kommen zum halben Preis in den Markt. Der Wettbewerb zwischen den Generikaherstellern senkt kontinuierlich und nachhaltig die Preise weiter. So kosten patentfreie Medikamente um 2,88 Euro mehr pro Verordnung als Generika. Bei fast 36 Millionen Verordnungen in diesem Bereich für die Kassen ein Argument pro Generika (Zahlen HVB 2009). „Eine Einschränkung der derzeitigen hochwertigen therapeutischen Versorgung wäre bei diesem vorhandenen Einsparpotential dem Patienten gegenüber absolut nicht zu rechtfertigen“, kommentiert Bernd Leiter, Obmann des OEGV, und verweist auf die hohen Verordnungsanteile in den EU-Nachbarländern.
Auch in Österreich haben Ärzte eine große Auswahl zwischen generischen Präparaten mit unterschiedlichen Packungsgrößen, Wirkstärken und Darreichungsformen. Aufgrund dieser Vielfalt haben Ärzte auch zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung, die Arzneimitteltherapie ihrer Patienten individuell und damit möglichst optimal zu gestalten. Das dient der Therapietreue der Patienten und entlastet so die Versicherungen zusätzlich.