Österreichischer Generikaverband - bekannte Wirkstoffe, bestens bewährt

Verordnete Compliance-Killer

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Die beste Arzneimitteltherapie bleibt wirkungslos, wenn der Patient die verschriebenen Medikamente nicht bestimmungsgemäß einnimmt. Das ist Ärzten und Kassen bekannt. Weniger bekannt ist, dass die geschätzten Folgekosten von Non-Compliance in Österreich rund eine Milliarde Euro ausmachen. Eine der Hauptursachen ist der ständige Präparatewechsel, wie eine aktuelle Studie belegt. Mehr Bewusstseinsbildung bei Entscheidungsträgern wäre wünschenswert.
 
Compliance bezeichnet allgemein die Zuverlässigkeit des Patienten, eine Therapieanordnung zu befolgen. Bezogen auf die Arzneimitteltherapie ist damit die Anwendung des Präparats entsprechend der ärztlichen Verordnung oder der Packungsbeilage gemeint. Mehr als 50 Prozent aller abgegebenen Arzneimittel werden nicht der ärztlichen Empfehlung entsprechend eingenommen (Deutscher Apothekerverband). Besonders die Therapie von chronischen Erkrankungen erweist sich als problematisch. So sind auch lebenswichtige Medikamente dabei keine Ausnahme, wie zum Beispiel Studien zu den Complianceraten für die Einnahme von Statinen bei der Sekundärprävention von Herzinfarkten und Schlaganfällen belegen.
 
Überraschendes Ergebnis
Viele bekannte und oftmals diskutierte Ursachen tragen zu einer mangelhaften Medikamenten-Compliance bei. Eine Erhebung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten e.V. (DGVP) bei der 5000 praktische Ärzte, Fachärzte für Allgemeindmedizin und Internisten befragt wurden, kam zu einem überraschenden Ergebnis: Grundannahme war, dass als Gründe für mangelnde Compliance vorrangig die Notwendigkeit zur Einnahme vieler verschiedener Arzneimittel oder das Erleben von Nebenwirkungen von den Medizinern in der Bedeutungsskala eingestuft werden. Dem war nicht so. Überraschender Weise rangierte auf Platz eins die Verunsicherung durch die Packungsbeilage mit 91 Prozent. An zweiter Stelle in der Liste der Compliance-Killer steht mit über 80 Prozent das wechselnde Aussehen von Präparaten. Polymedikationen hingegen wurde mit 53 Prozent auf Rang drei und unerwünschte Nebenwirkungen auf 45 Prozent lediglich auf Rang vier eingestuft.
 
Die Auswirkungen von Non-Compliance sind gravierend: Auf die Frage, ob sie als Folge von Einnahmefehlern bei ihren Patienten schon ernste Probleme erlebt hätten, schrieben über 3000 Ärzte und damit über 60 Prozent der Teilnehmer Beispiele solcher Komplikationen auf. U.a. wurden bedrohliche Unterzuckerungen bei Diabetikern, kritische Blutdruckverläufe, Blutungskomplikationen durch Überdosierung blutverdünnender Mittel bis hin zu Fällen von Koma, Amputationen und Todesfolge. Als Ursachen wurden Nichteinnahme von Medikamenten, Falscheinnahmen, Doppeleinnahmen, Überdosierungen und Verwechslungen genannt.
 
Kein ständiger Präparatewechsel!
 
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Nach Meinung der Ärzte hat die Vermeidung von mehrmaligem Präparatewechsel (85 %) und die Auswahl des Medikaments durch den Arzt (67 %) den größten positiven Einfluss auf die Compliance.
 
Non-Compliance kostet 1 Milliarde Euro
In Deutschland wird der Schaden aufgrund Non-Compliance auf jährlich über zehn Milliarden Euro geschätzt.[1] Hierzulande gibt es bislang keine einzige Studie dazu. Die Compliance ist bei ökonomischen Überlegungen kein Thema, wie auch das Salzburger Projekt anschaulich demonstriert. Hierzulande wird ein ständiger Präparatewechsel ausdrücklich gefordert! Schätzungen zufolge belaufen sich die Kosten einer fehlenden Compliance in Österreich auf 1 Milliarde Euro!
 
► Zum Download Grafik: Compliance-Killer (druckfähig)
► Zum Download Grafik: Gut für die Compliance (druckfähig)
 

[1]Gorenoi Vitali, Schönermark Matthias P., Hagen Anja: Maßnahmen zur Verbesserung der Compliance bzw. Adherence in der Arzneimitteltherapie mit Hinblick auf den Therapieerfolg, Schriftenreihe HTA Bd. 65. Köln: DIMDI 2007, Seite 6